Warum das alles?

Immer wenn ich auf eine Seite treffe, wo sich jemand zu einem Thema erlaubt seine Ergüsse preiszugeben, frage ich mich: Warum tut derjenige das? Was ist der Grund dafür, daß dieser Mensch sich die Zeit nimmt und diese Mühe macht? Oft ist es das Bedürfnis seine Meinung kundzutun, sich über sie darzustellen oder aber auf vermeintlich untergegangene Details hinzuweisen. In meinem Fall sind die Gründe etwas banaler als diese: Ich nutze die Seite hier um die Dinge zum Thema zu sagen, die ich für Erwähnenswert halte und von denen ich gehofft hätte, daß sie mir bereits eher klar gewesen wären. Zum anderen ist das ganze hier eine Art Feedback an mich selbst, ich kann meine Gedanken zu dem Ganzen klarer strukturieren, einige Anekdoten dazu zitieren und Thesen und Gegenthesen, verknüpft und lose, gegeneinander gewichten und das Urteil doch dem Leser überlassen.

Eigentlich habe ich mir überlegt, nach etwas über einer Dekade magischer Aktivität selbst ein Buch zu schreiben, oder vielleicht mehrere, so wie bereits viele Autoren vor mir. Ich würde mein destilliertes Wissen zielgenau an eine Leserschaft weitergeben, die damit etwas anfangen kann und vielleicht eines Tages darauf aufbaut oder aber sich davon zu großer Kunst inspirieren lässt. Das wäre mein persönlicher Seelenlohn, wegen dem ich sowas überhaupt in Angriff nehmen würde. Aber nicht auf dem Level, daß ich das beabsichtige oder meine etwas so fundamentales beizutragen, daß ich es verdiene – nein, ich denke da eher, ich fänds einfach irgendwie cool. Letztlich würde ich auch ohne das genauso schreiben, selbst wenn meine Texte auf nimmerwiedersehn in den Weiten des Cyberspace verschwinden würden. Also für mich selbst. Weil ich glaube, daß ich lernen und wachsen und überprüfen und weiterentwickeln kann während des Prozesses der hier geschieht. Und ich erspar mir die Mühe und meinen Lesern die Kosten, die ein solches Buch im Erschaffungsprozess mit sich bringt – was nicht heißt, daß ich in zehn Jahren nicht vielleicht meine Meinung ändere und das hier Niedergelegte in abgewandelter Form als Sammlung von Gedanken nochmal auf Papier publiziere.

Was mich an dem Medium selbst reizt ist der Quatsch mit dem Tagging und den Kategorien, sowie die Suche. Auf diese Weise können diejenigen, die zu einem Thema meine Meinung/Ansicht/Erfahrung haben wollen sich einfach bedienen und das ist ganz im Sinne der Moderne. Der Moderne wo die Information der Inhalt ist und das Medium dem Wahrnehmer dient um selbigen zu erhalten. Aber genug aus dem Nähkästchen, ich wünsche viel Vergnügen beim Stöbern in meinem chaosmagischen Allerley.

Euer Line of Sight