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Who do the hoo doo

Was Hoodoo genau ist und wie es funktioniert ist den meisten nicht geläufig, viele sehen darin eine vereinfachte Variante des Voodoo, was aber so nicht ganz richtig ist. Voodoo ist wesentlich näher an der Religionsschiene dran, weist ein Pantheon auf und bedient sich einer Mischung aus afrikanischen und indianischen schamanistischen Praktiken, Hoodoo hingegen ist wesentlich näher an dem was man Volkszauberei oder Hedge Magic nennen könnte. Die Werkzeuge und Prinzipien können sich ähneln, da sich beide Paradigmen an der natürlichen und unmittelbaren Umgebung des Praktizierenden orientieren, aber was das angeht ist Hoodoo wesentlich breiter in der Auswahl der Paraphernalia aufgestellt, so kann man ohne größere Hemmungen Streichhölzer, Paketschnur, zerriebene Kerzenstummel oder Schalen von Früchten verwenden – es geht mehr um das Tun als um die genauen Werkstoffe, im Voodoo ist es ritueller und spezifischer. So viel zur Abgrenzung.

Was an Hoodoo so faszinierend ist, ist die verblüffend einfache (mich fast schon an Kaoik erinnernde) Anwendungsart – die Sprüche sind normalerweise weder komplex, noch ritualisiert, gearbeitet wird meist mit kurzen Wiederholungen (oft wird frei formuliert) und in aller Regel mit nur wenig Vorbereitung (außer bei Herstellung von Mojos oder dergleichen). Das ganze hat vielleicht gerade wegen dieser einfachen Konzentration auf die Symbolik so einen heftigen Effekt und eine gewisse schlichte Theatralik, die das magische Arbeiten einem so einfach von der Hand gehen lässt in diesem Sektor.

Da ich sehr gerne mit praktischer Magie arbeite und mich mittlerweile nur schwer für das große und pompöse Tamtam eines hochkomplexen und etliche Ressourcen verbrauchenden Rituales begeistern kann wie es bei den Ägyptern zu mehreren und mit viel Kleidung, Maske und Gestik gehalten wurde, kommt mir das natürlich sehr recht. Zu meinen Lieblingszaubern gehören aus dem Bereich der Stickman und die Kreisschnur.

Für den Stickman braucht man eigentlich nur 3 längere Hölzer (zw 10 und 15 cm tuns für gewöhnlich) und einen Bindfaden. Der Stickman ist quasi eine Art Universalwerkzeug, man kann ihn abstellen eine Tür zu bewachen, auf jemanden aufzupassen, Orten und Personen Geheimnisse zu entlocken, Verwirrung zu stiften usw. Alles was man de facto tut ist, zwei der Hölzer oben nebeneinanderzubinden, daß sie einem leicht gespreizten Winkel aufweisen, das heißt eine Art Lambda. Dann nimmt man den dritten und legt ihn mittig drüber und bindet ihn auch fest, so daß ein kleines Männchen entsteht, wenn mans abstrakt sieht. Währenddessen wiederholt man seinen Namen und seine Aufgabe immer und immer wieder. Später kann man ihn noch etwas dekorieren wenn man möchte (Lederschnüre, kleine Zierperlen und Federn sind der Klassiker) und ihm was anziehen, etwas aus einfachem Stoff, vielleicht mit einem Gürtel, die Farbwahl bei der Garderobe sollte zum Zweck passen. Alles was man dann tun muss ist, ihn in die Nähe seines Einsatzpunktes zu bringen und dort aufzustellen, daß er alles im Überblick hat, schon kann er loslegen. Manche sammeln ihren Stickman später wieder ein, andere setzen ihn frei indem sie ihn verbrennen, wieder andere benutzen ihre öfter. Das ist wohl eine Frage des Geschmacks und der Erfahrungen damit.

Die Kreisschnur wird gern benutzt um einen Raum oder einen Gegenstand oder eine Person zu schützen (im letzteren Falle trägt die Person für das schwierige Ereignis jene um den Hals oder um die Hüfte, selter auch ums Handgelenk der linken Seite (für mich erschließt sich an dieser Stelle die Logik des Schildarmes vgl mit dem Schwert-/Wurfarm). In die Schnur sind besprochene Knoten geknüpft und sie ist an ihren Enden zusammengebunden, der Sinn ist, daß das Übel was auf einen einprasselt oder in einen eindringen will verpflichtet wird von Knoten zu Knoten zu wandern, und nicht an der Schnur vorbeikommt – eine analoge magische Endlosschleife quasi. Dieser Schutz kann eigentlich nur durch die physische Durchtrennung der Schnur aufgelöst werden, Zugriffe und Bypässe auf das Verteidigte haben sich bisher als schwierig erwiesen, ich denke das liegt daran, daß die Deklaration bei der Schaffung so allgemein ist. Nach dem Ablegen/Gebrauchen der Kreisschnur wird diese – egal ob Übel kam oder nicht – entsorgt. In aller Regel wird sie so wie sie ist dem Feuer überantwortet oder aber man vergräbt sie in der Nähe des Hauseingangs eines Widersachers, Neiders oder einer anderen Person der man Pech wünscht.

Aber ein Faktor kann gar nicht oft genug erwähnt werden, was die Arbeit mit Hoodoo angeht: Es macht irre Spaß, weil es so einfach und effektiv ist. Beizeiten kommen noch ein paar Techniken hier in die Auflistung.

Ich hoffe meine Ausführungen waren anregend zu lesen.
Line of Sight

Immer einen Platz zum Parken

Ich habe eine richtig miese Parkplatzsituation an der Arbeit. Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist voll mit Anwohner-Plätzen, Buchten mit Parkomaten, Parkhäusern und Halteverboten. In aller Regel ist es egal um welche Zeit man angetuckert kommt, ob acht oder halb eins, man hat ohne Weiteres oft eine halbe bis dreiviertel Stunde bis man einen Parkplatz in einigermaßen brauchbarer Nähe gefunden hat für den man kein Knöllchen bekommt. Das führte in der Vergangenheit immer wieder dazu, daß sich über den Monat verteilt 10 bis 15 Strafzettel angesammelt haben, von 15 bis 25 € jeweils. Das überstieg in nullkommanix die monatlichen Kosten für einen Stellplatz im Parkhaus – also musste Abhilfe her: Bis auf weiteres sollte es genügen die Strafzettelanzahl zu reduzieren, später im Winter sollte besagter Platz in Beschlag genommen werden, aber das ist jetzt erstmal nicht so wichtig.

Was also war zu tun? Ich hatte mehrere Möglichkeiten:

Ich könnte einen Zauber in das Auto einflechten, der ab einer gewissen Entfernung (Trigger) zum Ziel dafür löst, daß ein /oder mehrere Parkplätze frei werden.

Ich könnte auf die Straßen durch das Abschreiten und Einarbeiten dafür sorgen, daß die Straße für mich einen immer sicheren Platz parat hat.

Oder wir nehmen die einfachste, wenn auch übers Jahr verteilt aufwendigste Lösung: Den Freiräumer

Der Freiräumer baut auf der Sigillenmagie auf und funktioniert nach dem Fire & Forget Prinzip. Anstelle der Sigille wird aber eine etwas abstrahierte Situation visualisiert, die das was wir erreichen wollen beinhaltet. Als erstes blendet man sich vor dem geistigen Auge eine abstrakte Karte der Straßen und der Umgebung um das Ziel ein, dabei sind die bevorzugten Abschnitte wo man gut parken kann mit Autos zu versehen (das würde zum Beispiel als direkte Sigille dazu führen, daß man keinen Parkplatz bekommt, da wir aber das Bild nicht laden, sondern als Ausgangslage nehmen, ist das egal). Als nächstes blendet man sich eine Zeitleiste ein und lässt einige dieser Autos (am besten zwischen 3 und 5) aus eben jenen Positionen wegfahren, während die Zeitleiste läuft (für Zeitleisten konsultiert Ihr am besten das Video-Wiedergabe-Programm Eurer Wahl).

Das ist, wenn man so will, bereits der Willenssatz und Schlüssel. Der eigentliche Ladeprozess geht hier los: Man erweitert die Map um sein eigenes Fahrzeug (man sollte das ganze generell nicht weit von seinem Ziel machen, da man ansonsten riskiert die Parkplätze für andere freizuräumen) und visualisiert seine Ankunft vor Ort mit den mehreren freien Parkplätzen in der Umgebung. Die Zeitleiste sollte hier enden und wir “spulen zurück” zu dem Moment wo die Fahrzeuge begonnen haben sich zu entfernen und lassen es dann nochmal durchlaufen. Das kann man bei Bedarf einige Male wiederholen (für Sig-Cracks: bis sich dieses spezielle Gefühl einstellt was man vom “Ankommen” des Befehls aus der klassischen Sigillenmagie vom Ende der Todeshaltung her kennt).

Die Bannung selbst ist der einfachste Teil – wenn man das Laden abgeschlossen hat (es gibt auch Leute die das mit dem klassischen Ladebalken vom PC visualisieren) – es gibt ein 5 sek Fadeout wie bei einer selbstausblendenden Applikation oder einem Programm, was in den Sleep/Standby/Hintergrund-Modus schaltet.

Diese kleine Technik in verschiedenen Variationen half mir in letzter Zeit mit einer Trefferquote von etwas über 70%. Der Monat ist fast rum und ich hab gerade mal 2 Knöllchen gekriegt.

Technisch gesehen hat dieser Effekt folgende Vorteile: Durch das großflächige Abdecken von potenziellen Parkplätzen und die Freiräumung mehrerer gleich auf einmal ist die Wahrscheinlichkeit von Anfang an recht hoch, daß die erwünschte Situation eintritt – verglichen mit einem ganz bestimmten Parkplatz, am besten noch wo man zusehen kann wie jemand ihn einem vor der Nase wegschnappt. Dadurch, daß es sich eigentlich um eine steuerungsmagische Parametermanipulation handelt, ist der Energieaufwand, den man für die Wirkung dieses Zaubers betreiben muss nahe Null.

Wenn ich es über meine heißgeliebte kybermagische Konsole jagen würde, würde der Magickode so aussehen:

MyCar.ArrivalTime(Area) = 00:05:01
Area.spaces(clear) = X ^ Time(00:00:00)
Area.spaces(occupied).cars.drive(away) = 5 ^ Time(00:03:00)
Area.spaces(clear).cars.drive(incoming) < 3 ^ Time(00:05:00)

Selbst wenn kein Platz ist (X == 0) sind am Ende (00:05:01) noch mindestens 2 Plätze frei. Ich arbeite hier aber lieber mit Visualisation der Karte, weil es sehr nah an der Verkehrsthematik ist (dank Navis und Google Maps und so). Viel Spaß beim rumprobieren und lasst Euch nicht abschleppen (immer schön 2,40m zur Seite Platz lassen hilft)!

Ich hoffe meine Ausführungen waren anregend zu lesen.
Line of Sight